Galerie Sechs präsentiert Künstler
Margaret Larmuth
Margaret Larmuth ist eine südafrikanische Künstlerin, die in der Schweiz lebt und arbeitet. In ihrem Werk erforscht sie die komplexen Wechselwirkungen zwischen menschlicher Erfahrung und der Pflanzenwelt. Ihre aktuellen großformatigen Buntstiftarbeiten, die Zeichnung, Malerei und Collage umfassen, konzentrieren sich auf die unsichtbaren Netzwerke, die das Leben erhalten. Ihre Kunst reflektiert unsere Verflechtung mit der Natur und die Macht unsichtbarer Systeme – die subtilen Kräfte, Rhythmen und Beziehungsfelder, die unsere Wahrnehmung und unser Zusammenleben prägen.
Ein Wendepunkt in Larmuths künstlerischer Praxis ereignete sich während des weltweiten Lockdowns 2020. Als die Pandemie das menschliche Leben zum Erliegen brachte, entfaltete sich der Frühling in den Wäldern um Basel in voller Pracht. Der Gesang der Vögel wurde intensiver, der Industrielärm verstummte – ein Echo der Berichte von Seismologen, die einen messbaren Rückgang der Erdschwingungen verzeichneten. Es war ein seltener Moment, in dem der Planet in sich zu gehen schien. Eingetaucht in diese Atmosphäre der Stille und gesteigerten Achtsamkeit, widmete sich Larmuth mit neuem Fokus wieder dem Zeichnen.
In den beengten Verhältnissen ihrer Wohnung – mit einer Papierrolle, Buntstiften und wenigen Materialien – nutzte sie die Beschränkungen als kreativen Freiraum. Die so entstandenen Werke bewegen sich im Spannungsfeld zwischen Beobachtung und Erfindung: weder botanische Illustration noch reine Abstraktion, sondern imaginierte Ökosysteme. Ihre filigranen Pflanzenformen erinnern an Wurzelsysteme, Myzelnetzwerke, akustische und energetische Felder – visuelle Metaphern für die vernetzten Strukturen unter der Oberfläche.
Zentral für Larmuths künstlerische Praxis ist das Konzept der Vernetzung. So wie Pflanzen auf komplexe unterirdische Stoffaustauschprozesse angewiesen sind, hängen menschliche Gemeinschaften von Zusammenarbeit und gemeinsamen Zielen ab. Durch meditative, vielschichtige Kompositionen lädt sie die Betrachter ein, die unsichtbaren Verbindungen zu spüren, die sowohl das ökologische als auch das soziale Leben erhalten, und erweitert so das Bewusstsein für unseren Platz in lebenden Systemen.




