Galerie Sechs präsentiert Künstler
Renate Fluri
Die Spannung zwischen Körper, Weiblichkeit, Sinnlichkeit und Erotik bildet das Fundament von Renate Fluris künstlerischer Praxis. Ebenso zentral ist ihre fortwährende Auseinandersetzung mit Fragen der Identität, feministischen Diskursen und der Untersuchung sozialer Rollen. In ihren frühen Schaffensphasen suchte Fluri das Wesen der Weiblichkeit zu verstehen, indem sie den Körper sowohl als Subjekt als auch als Ort erforschte. Der Körper wurde zum Träger von Erfahrung und Identität, zum Ausgangspunkt ihrer Bildsprache.
Im Laufe der Zeit hat sich ihr Blickwinkel jedoch erweitert. Zwar arbeitet sie weiterhin mit einer Vielzahl von Materialien, doch reine Form und Oberfläche sind allmählich in den Hintergrund getreten. Stattdessen steht nun die konzeptuelle Tiefe im Vordergrund: Ihre Werke bergen eine innere Dringlichkeit, eine Botschaft, die über das Sichtbare hinausreicht.
Fluris Bildsprache ist dialektisch, vielschichtig und reich an Assoziationen. Ihre Werke eröffnen Raum für Nachdenken und Reflexion und laden die Betrachter ein, die sozialen Strukturen, die unser Leben prägen – Machtverhältnisse, Geschlechterrollen und alltägliche Verhaltensmuster – kritisch zu hinterfragen. Sie untersucht geschlechtsspezifische Erwartungen mit besonderer Intensität, sowohl in der Gesellschaft als auch in der Kunstwelt selbst. In dieser fortschreitenden Auseinandersetzung bleibt die Frau im Zentrum von Fluris künstlerischer Reflexion – ihr beständiges und prägendes Motiv.




